Die Elsa, das Milchverarbeitungsunternehmen der Migros, hat die Milchpreise für die Produzenten bereits Ende 2007 um knapp 10 Prozent erhöht. Mit den Bauern war vereinbart, dass die nächste Lagebeurteilung erst im kommenden Juli erfolgt. Entsprechend gross war die Überraschung, als sie nun kurzfristig eine substanzielle Milchpreiserhöhung verlangten. Für die Elsa waren die übertriebenen Forderungen nicht nachvollziehbar, denn die Milchproduktion ist deutlich höher als im Vorjahr, die Lager sind gut gefüllt und der Milchpreis im europäischen Umfeld sinkt tendenziell.
Die Bauern drohten mit Streik und Blockaden der Migros-Verteilzentralen. Damit wäre im geschlossenen Schweizer Markt die Versorgungssicherheit der Konsumenten nicht mehr gewährleistet gewesen. Unter diesen Umständen waren die Elsa und die Migros gezwungen, sich dem Preisdiktat der Bauern zu beugen und die von den Produzenten und Verarbeitern gestern Abend entschiedene Erhöhung von 6 Rappen pro Liter Milch per 1. Juli 2008 mitzutragen. Damit steigt der Preis der Milchprodukte innerhalb weniger Monate erneut um 8 Prozent.



