Der 31. Mai ist der Welttag ohne Tabak. Dieser Tag erinnert daran, dass dem Tabakkonsum noch immer jährlich Millionen von Menschen zum Opfer fallen, und dass die Politik weiter handeln muss.
Die Zigarettenindustrie präsentiert sich dabei gerne als Gesundheitsakteurin, indem sie Rauchenden alternative, viel weniger schädliche Produkte anbiete. Doch Studien1 zeigen, dass neue Produkte meist erst dann und dort auf den Markt kommen, wo der Zigarettenkonsum von Jugendlichen und Erwachsenen bereits zurückgeht2. Es scheint der Industrie darum zu gehen, die Kunden vom Ausstieg abzuhalten, damit sie in der Nikotinsucht gefangen bleiben. Denn Sucht ist ein sehr einträgliches Geschäftsmodell. Und bei den meisten neuen Produkten ist noch lange nicht klar, ob und in welchem Mass sie wirklich weniger schädlich sind.
Candyfizierung: Nikotinprodukte wie Bonbons
Während in der Schweiz aber nicht viele Zigaretten Rauchende ganz auf andere Produkte umsteigen, so steigt die Mehrheit der Jugendlichen heute mit den neuen Produkten in den Nikotinkonsum ein. Der von den Jugendlichen mit am häufigsten genannte Grund für den Konsum der neuen Produkte ist "der angenehme Geschmack". Das weiss auch die Industrie. Deshalb gibt es heute sämtliche Nikotinprodukte mit fruchtigen Aromen und manche gar mit Süssstoffen zu kaufen, welche offensichtlich auf die Jugendlichen abzielen. Die Politik muss diesen Jugendködern Einhalt gebieten.
Die Industrie kämpft für den Konsumeinstieg der Jugendlichen
Zwar hat das nationale Parlament bereits vor einem Jahr einem Verbot der bei den Jugendlichen besonders beliebten Einweg-E-Zigaretten zugestimmt. Bis dieses aberumgesetzt ist, werden noch Jahre vergehen. Nicht umsonst wehren sich deshalb die Tabakkonzerne mit Rekursen gegen die in einigen Kantonen schneller erlassenenVerbote (obwohl sie nicht direkt betroffen sind): Damit können noch mehrere zusätzliche Jahrgänge von Jugendlichen in die Nikotinsucht hineingezogen werden. Sie sind die zukünftige Kundschaft der Konzerne. Denn zahlreiche Konsumierende wechseln nach Konsumbeginn zu Tabakprodukten oder konsumieren mehrere Produkte gleichzeitig; nur eine Minderheit bleibt ausschliesslich beim Einstiegsprodukt, wie die Ergebnisse der Umfrage "Gesundheit und Lifestyle" nahelegen.
Die Politik muss die Jugend nun schützen!
Um die Jugend zu schützen, muss die Politik nun dringend reagieren:
- Das Gesetz zum Verbot von Wegwerf-E-Zigaretten auf Bundesebene muss nun schnell aufgegleist und in Kraft gesetzt werden.
- Verbot von fruchtigen und süssen Aromen in allen Produkten
- Steuererhöhung für alle Nikotinprodukte, denn Jugendliche reagieren stark auf den Preis.
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Markus Meury
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