Cyanokit ist für die Behandlung erwiesener oder vermuteter Zyanidvergiftung zugelassen. Das Medikament wird üblicherweise von Feuerwehr und anderen Rettungskräften bei Notfällen oder in der Notaufnahme im Krankenhaus verabreicht. Es muss zusammen mit einer geeigneten Dekontamination oder anderen unterstützenden Massnahmen angewendet werden.
„Bei einem Brand ist die sofortige Durchführung einer notfallmedizinischen Behandlung entscheidend für die Überlebenschancen der Opfer einer Rauchgasvergiftung“, erklärte Dr. Bernhard Kirschbaum, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Merck Serono. „Wir sind davon überzeugt, dass der vereinfachte Prozess der Rekonstitution und Verabreichung eine wesentliche Verbesserung bedeutet, die ein schnelles Handeln nach einer Zyanidvergiftung ermöglicht – ein lebenswichtiger Vorteil, insbesonder wenn mehrere Opfer zu behandeln sind.“
Eine Zyanidvergiftung entsteht üblicherweise durch das Einatmen von Rauch aus brennenden synthetischen Mischungen oder natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Papier in einem geschlossenen Raum. Weitere Ursachen können die versehentliche oder absichtliche Einnahme, Kontakt bei Industrieunfällen oder terroristische Anschläge mit Zyanid sein.
In Europa wird Cyanokit von Merck Serono vermarktet, mit Ausnahme der Niederlanden, Irland, Grossbritannien, den Nordischen und Baltischen Staaten wo der Partner Swedish Orphan Biovitrum der Produkt vertreibt. In den USA befindet sich ein Zulassungsantrag für die neue Präsentationsform von Cyanokit, eine sogenannte ‚Supplemental New Drug Application‘ (sNDA) derzeit in der behördlichen Überprüfung durch die Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA).
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