12.08.2026, Zürich – Schweizer Unternehmen bleiben bei ihrer Personalplanung zurückhaltend. Gleichzeitig gewinnt künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag deutlich an Bedeutung. Die aktuellen Daten der ManpowerGroup Employment Outlook Survey zeigen: Der Beschäftigungsausblick hat sich gegenüber dem Vorquartal zwar leicht verbessert, liegt aber weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres.
Der sogenannte Net Employment Outlook (NEO) für die Schweiz legte im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um einen Punkt zu. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Wert jedoch vier Punkte tiefer. ManpowerGroup weist darauf hin, dass wirtschaftliche Herausforderungen hinter der schwächeren Entwicklung stehen könnten.
Für die Schweizer Erhebung wurden mehr als 500 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen befragt. Die nationale Befragung wird von Right Management Consultants durchgeführt.
Weltweit ebenfalls mehr Vorsicht bei Neueinstellungen
Auch international hat sich die Dynamik gegenüber dem Frühjahr abgeschwächt. Der globale Net Employment Outlook liegt für das dritte Quartal 2026 bei 26 Prozent. Gegenüber dem zweiten Quartal entspricht dies einem Rückgang um fünf Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr liegt der globale Wert dagegen zwei Punkte höher.
Für die internationale Q3-Erhebung wurden mehr als 40'500 Arbeitgeber in 42 Ländern befragt.
Die Zahlen zeigen damit ein gemischtes Bild: Die Einstellungsabsichten bleiben weltweit positiv, gleichzeitig treffen Unternehmen ihre Personalentscheide vorsichtiger als noch im Vorquartal.
Kommunikation und Zusammenarbeit bleiben entscheidend
Neben den eigentlichen Einstellungsabsichten untersucht ManpowerGroup auch, welche Fähigkeiten Unternehmen bei Mitarbeitenden besonders hoch gewichten.
66 Prozent der befragten Schweizer Arbeitgeber geben an, dass sie am ehesten bereit wären, für Mitarbeitende mit ausgeprägten Fähigkeiten in Kommunikation, Zusammenarbeit und Teamarbeit eine höhere Vergütung zu bezahlen. 60 Prozent nennen Arbeitsethik, 59 Prozent Lernbereitschaft.
Damit zeigt sich, dass technologische Fähigkeiten allein für Unternehmen nicht ausreichen. Gerade in einem zunehmend digitalisierten Arbeitsumfeld bleiben zwischenmenschliche Kompetenzen und die Fähigkeit, sich auf neue Anforderungen einzustellen, von hoher Bedeutung.
KI-Kompetenz wird zur Schlüsselfähigkeit
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel beim Thema künstliche Intelligenz.
66 Prozent der Schweizer Unternehmen betrachten KI-Kompetenz beziehungsweise «AI Literacy» inzwischen als wichtigste technische Fähigkeit. Gleichzeitig geben 51 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Nutzung von KI für tägliche Aufgaben durch Mitarbeitende in den vergangenen zwölf Monaten der wichtigste Produktivitätstreiber war.
Damit verlagert sich die Diskussion um künstliche Intelligenz zunehmend von der grundsätzlichen Frage, ob Unternehmen KI einsetzen sollen, hin zur praktischen Anwendung im Arbeitsalltag.
Entscheidend wird dabei nicht nur der Zugang zu entsprechenden Werkzeugen sein. Unternehmen benötigen Mitarbeitende, die KI-Systeme sinnvoll einsetzen, Ergebnisse beurteilen und die Technologie in bestehende Arbeitsprozesse integrieren können.
Arbeitsmarkt und Unternehmenslandschaft hängen eng zusammen
Für die Beurteilung des Schweizer Arbeitsmarkts lohnt sich neben Beschäftigungsumfragen auch ein Blick auf die Unternehmenslandschaft. Neue Firmen, regionale Wirtschaftsstrukturen und die Zusammensetzung einzelner Branchen beeinflussen, wo neue Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten entstehen.
Im Schweizer Firmenverzeichnis von HELP.CH sind Informationen zu über 850'000 Schweizer Unternehmen zentral zugänglich. Firmen können unter anderem nach Kanton, Ort und Branche recherchiert werden. Neben Firmenprofilen stehen auch Branchenangaben und Handelsregisterinformationen zur Verfügung.
Damit lassen sich beispielsweise Unternehmen innerhalb einer bestimmten Branche oder Wirtschaftsregion gezielt recherchieren – sowohl für Marktbeobachter und Medienschaffende als auch für Geschäftspartner und Personen, die sich über potenzielle Arbeitgeber informieren möchten.
KI verändert die Anforderungen an Beschäftigte
Die Ergebnisse zeigen vor allem, dass technologische und zwischenmenschliche Fähigkeiten gleichzeitig an Bedeutung gewinnen.
KI-Kompetenz wird für Unternehmen wichtiger, während Kommunikation, Zusammenarbeit, Lernbereitschaft und Arbeitsethik ebenfalls stark gewichtet werden. Für Schweizer Unternehmen dürfte deshalb zunehmend entscheidend sein, bestehende Mitarbeitende weiterzuentwickeln und bei Neueinstellungen sowohl technologische als auch zwischenmenschliche Fähigkeiten zu berücksichtigen.
Der Schweizer Beschäftigungsausblick hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert, bleibt aber unter dem Niveau des Vorjahres. Die Ergebnisse deuten damit auf vorsichtigere und selektivere Personalentscheide hin.
Quelle: ManpowerGroup Employment Outlook Survey Q3 2026 / ManpowerGroup Schweiz. Eigene redaktionelle Auswertung durch swiss- press.com.





