Die Umsetzung eines Kulturprojekts erfordert häufig die Beantragung von Fördermitteln bei verschiedenen Institutionen, darunter auch öffentlichen Stellen. Die Vorgehensweisen, Formulare und Verfahren der einzelnen Förderinstitutionen unterscheiden sich, was für Kulturorganisationen und - akteure einen erheblichen Verwaltungsaufwand bedeutet. Aus diesem Grund hat der Kanton Neuenburg seine bestehende Plattform Culturac grundlegend überarbeitet und seine kommunalen Partner in eine gemeinsame Initiative eingebunden. Während zuvor jede Institution ihr eigenes System nutzte, schafft das Kulturportal nun einen harmonisierten Rahmen, von dem alle im Kulturbereich Tätigen direkt profitieren.
Ein Projekt, das in Absprache mit den Gemeinden und Kulturgemeinschaften entwickelt wurde
Unter der Leitung des kantonalen Kulturdepartements Neuenburg (SCNE) und mit Unterstützung der IT- Abteilung (SIEN) wurde das Kulturportal in enger Abstimmung mit sechs Partnergemeinden entwickelt: Neuenburg, La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Milvignes, La Grande Béroche und Val-de-Ruz. Die Bedürfnisse und Gepflogenheiten jeder Gemeinde flossen in die Gestaltung der Plattform ein, wodurch ein gemeinsames, an die lokalen Gegebenheiten angepasstes Instrument entstand. Dieser kooperative Ansatz verdeutlicht das Engagement des Gesetzgebers für die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden und steht im Einklang mit den Zielen des Gesetzes zur Förderung kultureller und künstlerischer Aktivitäten (LEAC). Weitere Gemeinden können sich der Initiative zukünftig anschliessen.
Das Design des Kulturportals basiert auf Rückmeldungen aus der Praxis. Beobachtungen seit dem Start von Culturac im Jahr 2016 flossen in das Projekt ein, während ein Gremium aus Vertretern von Kulturverbänden und Kulturakteuren die Plattform in der Praxis erprobte. Dank des Nutzerfeedbacks wird sich die Plattform auch nach ihrem Start am 31. August 2026 kontinuierlich weiterentwickeln.
Vereinfachte Verfahren, Zeitersparnis und verbesserte Überwachung
Für Kulturschaffende vereinfacht das Kulturportal die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen erheblich: eine zentrale Schnittstelle für die Antragstellung, die Möglichkeit, Dokumente von einer Organisation an eine andere zu übertragen, ein persönlicher Bereich zur Nachverfolgung laufender Prozesse, zur Einsicht in Entscheidungen und zum Zugriff auf die Antragshistorie. Dies reduziert den Verwaltungsaufwand deutlich. Für den Kanton und die Gemeinden bietet die Plattform einen harmonisierten Rahmen, der die Bearbeitung und Überwachung eingehender Anträge vereinfacht.
Ab dem 31. August 2026 erfolgt der Zugang zur Plattform über die zentrale Anlaufstelle des Landes Neuenburg. Organisationen und Künstler*innen, die noch keinen Zugang zur zentralen Anlaufstelle haben, werden gebeten, sich jetzt anzumelden, um ihre Förderanträge vorzubereiten. Die Anmeldung ist auch mit Schweizer Ausweis oder AGOV möglich.
Unterstützung für den Übergang
Die Einführung des Kulturportals wird von einem Übergangsprogramm begleitet. Kulturschaffende erhalten Einführungs-Videokonferenzen, um sich mit dem neuen Tool vertraut zu machen und ihre Fragen zu beantworten. Einzelheiten werden von den Gemeinden und dem Kanton über den SCNE- Newsletter bekannt gegeben.
Das Kulturportal wird daher die alleinige Einreichungsplattform für alle neuen Förderanträge von Partnerorganisationen sein. Anträge, die vor diesem Datum über Culturac beim Kanton eingereicht wurden, bleiben dort bis zu ihrer vollständigen Bearbeitung abrufbar. Jede Partnergemeinde wird ihre jeweiligen Übergangsverfahren über ihre Kanäle kommunizieren.
Das Kulturportal entstand aus der engen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Stellen und dem Dialog mit dem Kultursektor. Der Kanton und die Gemeinden begrüssen diesen Start, der das gemeinsame Engagement für die Kultur Neuenburgs widerspiegelt.





