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06.10.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Beim aktuellen Kindersitztest hat der TCS bei zwei Modellen gravierende Sicherheitsprobleme festgestellt. Beim "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" öffnet sich beim Frontalaufpralltest das Gurtschloss, beim "Axkid Minikid Core" entriegelt der Stützfuss und wird das Gurtschloss aus der Kunststoff-Sitzschale gerissen. Vom Kauf der beiden Produkte wird deshalb dringend abgeraten. Der Hersteller Axkid hat den Verkauf des "Minikid Core" eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet.
Während der derzeit laufenden Frontalaufprallversuche zum Kindersitztest Herbst 2026 wurden bei der Babyschale "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" und beim Kleinkindersitz "Axkid Minikid Core" gravierende Sicherheitsprobleme festgestellt. Bei einem schweren Unfall besteht bei beiden Modellen ein hohes Verletzungsrisiko für das Kind. Vom Kauf der genannten Produkte wird deshalb dringend abgeraten.
Dummy wird aus der Babyschale geschleudert
Beim Frontalaufpralltest mit dem "Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z" in Liegeposition öffnet sich das Gurtschloss des integrierten Hosenträgergurtes. Der Dummy wird aus der Babyschale geschleudert. Die Kunststoff-Rasthaken der Gurtzunge brechen unter der Belastung ab.
Eltern, die den Sitz bereits gekauft haben, wird empfohlen, die Babyschale möglichst in der aufrechten Position und/oder ohne "Vario Base 5Z" zu nutzen und sie stattdessen mit dem Dreipunktgurt im Auto anzuschnallen. Bei den durchgeführten Versuchen bot die Babyschale so einen ausreichenden Schutz. Beim Einbau ist auf den richtigen Gurtverlauf und auf ein straffes Anziehen des Fahrzeuggurtes zu achten.
Stützfuss und Gurtschloss versagen
Auch beim "Axkid Minikid Core" wurden beim Frontalaufpralltest gravierende Mängel festgestellt. Beim Versuch mit dem Dummy in Liegeposition entriegelt sich der Stützfuss und fährt vollständig ein. Gleichzeitig bricht die Kunststoff-Sitzschale rund um das Gurtschloss des integrierten Fünfpunktgurtes, das Gurtschloss wird aus der Schale gerissen und das Becken des Dummys schleudert nach oben. Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos wird auch der Schutz dieses Sitzes beim Frontalaufprall mit "nicht empfehlenswert" bewertet.
Stellungnahmen der Hersteller
Die Hersteller wurden vorab über die Ergebnisse ihrer Produkte informiert. Britax Römer hat nach eigenen Angaben unverzüglich Untersuchungen eingeleitet, um die Ursache für das Versagen des Gurtschlosses zu bestimmen. Über mögliche weitere Massnahmen wie Austausch, Reparatur oder einen freiwilligen Rückruf soll nach Abschluss der technischen Untersuchung entschieden werden.
Der Hersteller Axkid hat den Verkauf des "Minikid Core" eingestellt und einen freiwilligen Rückruf eingeleitet. Kunden wird ein kostenloser Austausch gegen einen "Axkid Minikid 4 Pro" angeboten. Eltern, die dieses Angebot nutzen möchten, können sich beim Hersteller unter Angabe der Seriennummer ihres Kindersitzes registrieren.
Der komplette Kindersitztest mit den Ergebnissen aller untersuchten Modelle wird am 20. Oktober 2026 veröffentlicht.
Hinweis zum Test
Es ist zu beachten, dass der Frontalaufpralltest im Verbrauchertestprogramm strenger ist als die Typgenehmigungstests gemäss der UN-Regelung R129, was zu höheren - aber realistischen - Belastungen des Kinderrückhaltesystems führt. Die Schwere des Frontalaufpralls in R129 basiert auf Fahrzeugmerkmalen aus den 1980er Jahren. Da sich Fahrzeuge weiterentwickelt haben und steifer geworden sind, wird im Test eine höhere Aufprallschwere verwendet, die den heutigen Fahrzeugeigenschaften entspricht. Der Test ist allgemein anerkannt und wird von Kindersitzherstellern bei der Entwicklung ihrer Produkte berücksichtigt.
Pressekontakt:
Vanessa Flack, Mediensprecherin TCS
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