In einem gemeinsamen Appell betonen die sechs grössten Kinderhilfsorganisationen SOS-Kinderdorf, ChildFund Alliance, Plan International, Save the Children, terre des hommes und World Vision, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie weltweit eine existenzielle Gefahr für die Gesundheit, den Schutz und die Entwicklung von Kindern darstellen. Millionen Kinder, die in überfüllten Elendsvierteln und Flüchtlingslagern leben, können weder Regeln zur sozialen Distanzierung anwenden, noch haben sie Zugang zu sanitären Einrichtungen. Die Experten warnen vor einer Katastrophe für die Kinder.
Wenn sich das Virus in einkommensschwache Länder und Konfliktregionen mit maroden Gesundheitssystemen ausbreitet, werden die Folgen für die Kinder verheerend sein. Bereits heute können 1,5 Milliarden Schülerinnen und Schüler in Folge des Kampfes gegen das Virus keine Schule besuchen. Die Erfahrung aus früheren Krisen zeigen, dass viele von ihnen nie mehr in die Schule zurückkehren. Ohne den Schutz, den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen bieten, sind Kinder, insbesondere Mädchen, einem höheren Risiko von sexuellem Missbrauch, häuslicher Gewalt, Nahrungsmittelknappheit und Vernachlässigung ausgesetzt. Das Coronavirus droht auch die Zahl unbegleiteter Minderjähriger zu erhöhen, da ältere Betreuungspersonen einem hohen Sterblichkeitsrisiko ausgesetzt sind.
Nicht in Vergessenheit geraten dürfen auch die weltweit 420 Millionen von Konflikten betroffenen Kinder und die 30 Millionen Mädchen und Jungen auf der Flucht. Es ist von grösster Wichtigkeit, dass die Präventionsmassnahmen zum Coronavirus die Bereitstellung von humanitärer Hilfe nicht einschränken.
Angesichts der globalen Krise fordern die Kinderhilfsorganisationen Regierungen weltweit dazu auf, konkrete Massnahmen zum Schutz von Kindern während der Corona-Krise zu ergreifen. "Das Ziel dieser Massnahmen muss sein, die Rechte der Kinder zu wahren", betont Programmleiterin Dittli. "Konkret heisst das: Kinder erhalten Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung, psychologischer Hilfe und alternativen Bildungsangeboten sowie Schutz vor Gewalt."
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