ISCC PLUS als Schlüsselfaktor für die Kreislaufwirtschaft

29.06.2026 | 14:06 Uhr | ENESPA AG

Uhr Lesedauer: 5 Minuten


29.06.2026, Der aktuelle Ölpreisanstieg infolge geopolitischer Spannungen – etwa im Nahen Osten – verdeutlicht einmal mehr die hohe Abhängigkeit unserer Industrien von einer stabilen und bezahlbaren Rohstoffversorgung. Steigende Preise und volatile Märkte erhöhen den Druck auf Unternehmen, sich alternative Bezugsquellen zu sichern, beispielsweise indem sie sich mittels Recycling Abfälle in Sekundärrohstoffe verwandeln.

Doch die reine Verfügbarkeit günstiger Rohstoffe greift zu kurz. Unternehmen stehen heute nicht mehr nur unter Kostendruck, sondern auch unter wachsendem regulatorischem und gesellschaftlichem Erwartungen: Kunden, Investoren und Gesetzgeber verlangen zunehmend Transparenz darüber, woher Materialien stammen und unter welchen Bedingungen sie gewonnen oder hergestellt wurden. Ohne verlässliche Nachweise drohen Reputationsrisiken, regulatorische Konsequenzen und der Verlust von Marktchancen. Mit der wachsenden Bedeutung nachhaltiger Rohstoffe steigt daher auch der Anspruch an deren Glaubwürdigkeit. Je komplexer und globaler Wertschöpfungsketten werden, desto schwieriger wird es, Herkunft, Zusammensetzung und tatsächliche Nachhaltigkeit von Materialien zuverlässig nachzuvollziehen.

Nachhaltigkeit braucht Nachweisbarkeit

Genau hier setzt ISCC PLUS (International Sustainability and Carbon Certification) an. Das Zertifizierungssystem schafft Transparenz, Vergleichbarkeit und Vertrauen entlang der gesamten Lieferkette. Damit entwickelt es sich zunehmend zu einem zentralen Standard für eine moderne, nachhaltige Kunststoff-, Chemie- und Recyclingindustrie.

Ein zentrales Element von ISCC PLUS ist der sogenannte Mass-Balance-Ansatz. Da sich recycelte und fossile Rohstoffe in industriellen Prozessen oft nicht physisch trennen lassen, ermöglicht dieses Modell eine rechnerische Zuordnung nachhaltiger Anteile entlang der gesamten Produktionskette.

So können auch Produkte aus gemischten Stoffströmen als nachhaltig zertifiziert werden – vorausgesetzt, alle Materialflüsse sind transparent dokumentiert und auditierbar. Gerade für innovative Recyclingverfahren aus dem Bereich Advanced Recycling wie enespa sie betreibt ist dieser Ansatz essenziell. Ohne belastbare Nachweise bleibt Nachhaltigkeit oft ein Versprechen – erst mit ISCC PLUS wird sie überprüfbar.

Marktzugang, Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsvorteile

Die Bedeutung von ISCC PLUS geht heute weit über reine Compliance hinaus. Zwar handelt es sich dabei um ein freiwilliges System – für viele Unternehmen ist die Zertifizierung aber längst zu einer Voraussetzung für den Marktzugang geworden. Dies hat verschiedene Gründe:

Industriepartner verlangen mehr und mehr Zertifizierungen – wo diese fehlen wird der Handel mit Rohstoffen zunehmend schwierig.
ESG-Anforderungen sowohl von Seiten der Gesetzgeber als auch privater Investoren steigen kontinuierlich.
Insbesondere achten Investoren zunehmend auf nachvollziehbare Nachhaltigkeitsstrategien, und deren Fehlen wird als Risiko eingestuft
Gleichzeitig eröffnet ISCC PLUS Unternehmen die Möglichkeit, Materialien gezielt als nachhaltig zu positionieren – und damit auch wirtschaftliche Mehrwerte zu realisieren.

Pyrolyseöl wird vom Abfallprodukt zum zertifizierten Rohstoff

Die Bedeutung von ISCC+ wird besonders deutlich am Beispiel von Pyrolyseöl, das aus gemischten Kunststoffabfällen gewonnen wird. Die technologische Herstellung ist heute bereits etabliert. Ohne entsprechende Zertifizierung bleibt jedoch die Integration in industrielle Wertschöpfungsketten eingeschränkt.

Erst durch Systeme wie ISCC PLUS wird aus einem Zwischenprodukt ein anerkannter, handelbarer Rohstoff, der den Anforderungen von Industrie, Regulierung und Markt gleichermassen gerecht wird.

Für enespa ergibt sich daraus eine klare Erkenntnis: Nicht allein die Technologie entscheidet über den Erfolg des chemischen Recyclings. Ebenso entscheidend ist die Fähigkeit, diese Produkte in bestehende Markt- und Regulierungsstrukturen zu integrieren und ihre Nachhaltigkeit transparent nachzuweisen.

Der Weg zur ISCC PLUS-Zertifizierung ist schwierig aber unerlässlich

Die Implementierung von ISCC PLUS ist kein einmaliger Schritt, sondern ein strukturierter und kontinuierlicher Prozess. Dieser beinhaltet folgende Schritte:

Sämtliche Input- und Outputmaterialien müssen lückenlos erfasst und nachvollziehbar dokumentiert werden, um Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen.
Unternehmen müssen ein System etablieren, das die rechnerische Zuordnung nachhaltiger Rohstoffe ermöglicht und den Anforderungen der Zertifizierungsstellen standhält.
Bestehende Abläufe müssen überprüft und teilweise neu strukturiert werden, wobei klare Zuständigkeiten und Schulungen der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle spielen.
Die Einhaltung der Anforderungen wird in wiederkehrenden Prüfungen kontrolliert, wodurch eine kontinuierliche Qualitätssicherung gewährleistet wird.
Für viele Unternehmen bedeutet dies einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Gleichzeitig schafft genau diese Systematik die Grundlage für langfristige Marktakzeptanz.

Warum enespa Technologie und Zertifizierung aus einer Hand anbietet

An dieser Schnittstelle zwischen Technologie und Regulierung positioniert sich enespa als integrierter Lösungsanbieter. Neben der Entwicklung und dem Bau von Anlagen zur Umwandlung von Kunststoffabfällen in hochwertige Rohstoffe begleitet enespa auch die zertifizierungsrelevanten Prozesse entlang der Wertschöpfungskette.

Im Rahmen des Dienstleistungsangebots unterstützen enespa-Fachleute Unternehmen gezielt bei der Umsetzung von ISCC PLUS-Anforderungen:

Wir erfassen und analysieren bestehende Materialflüsse, um Transparenz zu schaffen und eine belastbare Grundlage für die Zertifizierung zu etablieren.
Auf Basis der identifizierten Stoffströme entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden Systeme, die eine nachvollziehbare und auditierbare Zuordnung nachhaltiger Rohstoffe ermöglichen.
Wir unterstützen bei der strukturierten Vorbereitung auf Zertifizierungsaudits und begleiten den gesamten Prozess, um eine reibungslose und erfolgreiche Durchführung sicherzustellen.

Ergänzt wird dies durch Laborkapazitäten zur Charakterisierung und Qualitätssicherung von Rohstoffen wie Pyrolyseöl. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es, technologische Innovationen direkt in marktfähige, zertifizierte Lösungen zu überführen.

ISCC PLUS wird zunehmend zum Enabler der Kreislaufwirtschaft

ISCC PLUS ist weit mehr als ein Zertifikat. Es ist ein zentraler Enabler für die Skalierung nachhaltiger Rohstoffe – und damit ein entscheidender Baustein für die industrielle Umsetzung der Kreislaufwirtschaft.

Unternehmen, die frühzeitig auf zertifizierte Prozesse setzen, schaffen nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch strategische Wettbewerbsvorteile. Denn in einer zunehmend nachhaltigkeitsgetriebenen Industrie wird nicht nur zählen, was produziert wird – sondern auch, wie nachvollziehbar es ist.

Ursprünglich wurde dieser Artikel am 18.06.2026 auf der Webseite der ENESPA veröffentlicht.


--- ENDE Pressemitteilung ISCC PLUS als Schlüsselfaktor für die Kreislaufwirtschaft ---



Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Über ENESPA AG:

Die ENESPA AG wird eine der ersten Anlagen in Betrieb nehmen, welche gemischte Kunststoffabfälle mit dem Thermolyse-Verfahren zu hochwertigem Paraffinöl verarbeitet. Diese Technologie ermöglicht zum ersten Mal die lukrative Kreislaufwirtschaft von gemischten Kunststoffabfällen ohne CO2-Ausstoss.

Unser modulares System benötigt für den Aufheizungsprozess nur 1 Stunde – entscheidend für den wirtschaftlichen Betrieb (Grossanlagen benötigen bis zu mehreren Tagen). Mit unserem Partner verfügen wir über 3 Jahre Erfahrung im kontinuierlichen Betrieb von Thermolyseanlagen.


Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.


Quellen:
Aktuellenews    HELP.ch


Weiterführende Informationen:
  ENESPA AG (Firmenporträt)




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