Impfungen gehören zu den grössten Erfindungen der Medizin und retten Jahr für Jahr Millionen von Menschenleben. Wenn es darum geht, Impfprogramme weltweit durchzuführen, ist eine durchgehende Kühlkette das grösste Problem: Impfstoffe müssen von der Produktion, über die Lagerung und Transport bis hin zur Verabreichung beim Patienten durchgängig kühl gelagert werden (2 bis 8 Grad Celsius). Oft ist das eine logistische Herausforderung, die entsprechende Kosten verursacht: Nämlich bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten an den Impfprogrammen.
Drei Ansätze kombiniert
Ein Forschungsteam aus Lausanne, Mailand, Turin, Leiden und Oregon hat eine Methode entwickelt, um virale Impfstoffe bei Raumtemperatur zu lagern – zum Teil bis zu mehreren Monaten. Das Forschungsteam hat drei Ansätze kombiniert, um die Kühlung überflüssig zu machen: Nanopartikel, Polymere und Zuckermoleküle.
Bewegungen verlangsamt
Negativ geladene Nanopartikel lagern sich an die Impfstoffe an, erzeugen einen osmotischen Druck und stabilisieren die Impfstoffe auf diese Weise. Polymere versteifen die Hülle des Impfstoffes. Und die Zuckermoleküle sorgen dafür, dass die Umgebung der Impfstoff-Moleküle dickflüssiger wird – «Es ist ein bisschen wie die Zugabe von Honig, welche die Bewegungen verlangsamt», so Francesco Stellacci, Leiter des Forschungsprojektes.
Mit diesen drei Ansätzen konnte in einem ersten Test ein Impfstoff gegen das Chikungunya-Virus für 10 Tage bei Raumtemperatur stabilisiert und danach erfolgreich Mäusen verabreicht werden.
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