Am Nordportal nahe St. Andrä begingen heute Mittag rund 250 geladene Gäste mit dem Tunnelanschlag feierlich den Start der Bauarbeiten. In einer moderierten Gesprächsrunde würdigten Alois Stöger, österreichischer Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, sowie Christian Späth, Geschäftsführer Implenia Österreich, die Wichtigkeit des Bauvorhabens. So ist die 130 Kilometer lange Koralmbahn das derzeit grösste Projekt zum Ausbau des österreichischen Eisenbahnnetzes. Diese soll ab 2023 erstmals eine direkte Verbindung der Zentren Graz und Klagenfurt ermöglichen. Eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Implenia und Hochtief Infrastructure hatte sich Ende 2014 den Grossauftrag zur Realisierung des insgesamt 7,8 Kilometer langen Abschnitts zwischen St. Andrä und Aich gesichert. Das Volumen des Auftrags beträgt rund EUR 140 Mio. (Anteil Implenia 50%). Bauherrin ist die für die Losvergabe zuständige ÖBB-Infrastruktur AG. Die technische Federführung für den Bau liegt bei Implenia.
Nach Andacht, Segnung und Mineurspruch wurden an der Ortsbrust die Tunnelarbeiten für die Tunnelkette Granitztal aufgenommen. Die Tunnelpatin löste dazu gegen 12 Uhr eine symbolische Baggerbewegung aus. Mineure bedankten sich bei der Tunnelpatin mit einem Blumenstrauss. Der Bauabschnitt wird zum grössten Teil in Tunnelbauweise erstellt. In geschlossener Bauweise findet der Vortrieb des Tunnels Deutsch-Grutschen (ca. 2,6 Kilometer) und des Tunnels Langer Berg (ca. 2,9 Kilometer) statt. Der zwischen den Röhren liegende Abschnitt (ca. 0,6 Kilometer) wird in offener Bauweise erstellt. Dabei muss auch der Granitzbach überbrückt werden. Die weiteren Massnahmen umfassen Wasser-, Landschafts-, Strassen-, Leitungs- und Materialeinbauarbeiten. Im April 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Mit der Übernahme von Bilfinger Construction hat Implenia jüngst ihr Infrastrukturgeschäft in Europa gestärkt. „Der Zuschlag für die Realisierung der Tunnelkette Granitztal ist ein Beispiel für die erfolgreiche Nutzung des Megatrends Infrastruktur. Wir freuen uns ausserordentlich, dass Implenia dieses zukunftsträchtige Bauprojekt für ÖBB realisieren darf“, sagt Implenia-CEO Anton Affentranger.
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