Wenn ein Mensch mit Krankheit, einem Unfall oder dem Lebensende konfrontiert wird, zielt die spirituelle Begleitung darauf ab, Sinnfragen und die damit verbundenen existenziellen, spirituellen und religiösen Bedürfnisse zu beantworten. Dies ist besonders relevant für Patientinnen und Patienten/Bewohnerinnen der H-JU, aber auch für deren Angehörige und mitunter auch für das medizinische Personal. Gemäss der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trägt spirituelle Begleitung zur ganzheitlichen Unterstützung des Einzelnen bei und berücksichtigt dabei Körper, Geist und Umfeld. Die spirituellen Begleiterinnen und Begleiter des ESPi-Dienstes arbeiten eng mit den medizinischen Fachkräften zusammen und dokumentieren ihre Interventionen, um eine kontinuierliche und interdisziplinäre Versorgung zu gewährleisten.
Starke Unterstützung durch Angehörige der Gesundheitsberufe
Der ESPi-Dienst spielt auch eine wichtige Rolle bei der Schulung von Gesundheitspersonal im Umgang mit der spirituellen Dimension. Ursprünglich für etwa zwanzig Teilnehmende geplant, hat die Schulung bemerkenswerte Begeisterung hervorgerufen: Mehr als 140 Fachkräfte im Gesundheitswesen haben bereits von diesem Bewusstsein für die existentiell-spirituelle Sphäre profitiert. Diese Begeisterung spiegelt einen bedeutenden kulturellen Wandel wider: Spiritualität ist kein Tabu mehr, sondern eine Quelle, die der Gesundheitspraxis Sinn und Tiefe verleiht.
Dreigliedrige Konvention
Mit finanzieller Unterstützung des Gesundheitsdienstes übernimmt H-JU die Trägerschaft des ESPi- Dienstes und stellt dafür Arbeitsplätze bereit. Dadurch wird die Verfügbarkeit dieses speziellen Angebots für alle Patienten unabhängig von deren Glaubensrichtung gewährleistet.
Um ein angemessenes Ausbildungsniveau zu gewährleisten, erfolgt die Personalrekrutierung für den ESPi-Dienst durch die Partnerkirchen, deren Bewerbungen von der H-JU geprüft werden. Die dreiseitige Vereinbarung regelt zudem die Aufteilung aller Dienstkosten, die Bedingungen der Zusammenarbeit und die Ernennung des Dienstleiters und sichert so einen soliden institutionellen Rahmen.
Mit der Einrichtung und Finanzierung des ESPi-Dienstes bekräftigen das Krankenhaus Jura und seine Partner, die katholische und die reformierte Kirche, gemeinsam ein ganzheitliches Betreuungsverständnis. Dieses innovative Projekt spiegelt ein gemeinsames Engagement wider: die Pflege von Körper und Beziehungen, die Unterstützung des Herzens und die Stärkung des Geistes derer, deren Gesundheit beeinträchtigt ist.
Ein Raum der Besinnung, offen für alle
Am Standort Delémont, einem Akutkrankenhaus, verkörpert die Umwandlung der Kapelle in einen Raum der Besinnung diesen Wandel im Verständnis von Religion und Spiritualität in der Gesellschaft. Anstatt die christliche Tradition aufzugeben, soll ein Raum geschaffen werden, der Raum für Reflexion, Meditation, Gebet und die spirituelle und religiöse Suche bietet, die sich heute in einer multikulturellen Gesellschaft auf so vielfältige Weise ausdrücken.
Medienkontakt:
Matthieu Berberat
Leiter Kommunikation und Marketing an der H-JU
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