Kurz geschorener Rasen: Mähroboter gefährden Tiere im Garten

15.05.2026 | von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


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15.05.2026, Mit Beginn der Gartensaison setzen auch in der Schweiz immer mehr Gartenbesitzende auf Mähroboter. Was praktisch erscheint, birgt jedoch erhebliche Risiken für Wild- und Haustiere. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN warnt vor den oft unterschätzten Gefahren und ruft zu einem rücksichtsvollen Umgang mit motorisierten Gartengeräten auf.


VIER PFOTEN warnt vor unterschätzten Risiken für Igel und Co.

«Mähroboter wirken harmlos, doch sie können bei Wild- und neugierigen Haustieren schwerwiegende und oft sogar tödliche Verletzungen verursachen», erklärt Ilana Bollag, Campaignerin bei VIER PFOTEN Schweiz. Besonders gefährdet sind Igel: Statt zu fliehen, rollen sie sich bei Gefahr ein und werden von den Geräten häufig nicht erkannt. Es kommt regelmässig zu Schnittverletzungen und schlimmen Verstümmelungen. Auch Amphibien, Reptilien sowie Haustiere wie Katzen oder kleine Hunde können betroffen sein.

Nach dem Strassenverkehr zählen motorisierte Gartengeräte wie Mähroboter, Rasentrimmer oder Laubbläser zu den häufigsten menschengemachten Ursachen für Verletzungen bei Igeln.

Artenvielfalt braucht Raum im Garten

Neben der direkten Verletzungsgefahr wirkt sich der Einsatz von Mährobotern auch negativ auf die Biodiversität aus. Dauerhaft kurz geschnittene Rasenflächen bieten Insekten kaum Nahrung und nur wenig Schutz. Dadurch gehen wichtige Nahrungs- und Rückzugsräume verloren, was sich auch negativ auf Igel, Vögel und andere wildlebende Tiere auswirkt. Ilana Bollag ergänzt: «Ein naturnaher Garten ist deshalb entscheidend für ein funktionierendes Ökosystem.»

Schon einfache Massnahmen wie Wildblumen, Laubhaufen, Totholz oder bewusst ungemähte Bereiche schaffen wertvolle Rückzugsorte und fördern die Biodiversität im Garten.

Neben Mährobotern lauern weitere Risiken: Offene Kellerfenster oder ungesicherte Gartenteiche können für Wildtiere zur tödlichen Falle werden. Mit einfachen Mitteln wie Abdeckgittern oder Ausstiegshilfen lassen sich solche Gefahren deutlich reduzieren.

Rücksichtsvoll gärtnern – Tiere schützen

VIER PFOTEN empfiehlt einen besonders achtsamen Umgang mit Mährobotern und anderen Gartengeräten, um Wild- und Haustiere zu schützen: Vor jedem Mähvorgang ist es wichtig, die Rasenflächen sorgfältig zu kontrollieren – insbesondere in der Dämmerung oder bei feuchter Witterung, wenn sich Tiere häufig im Gras aufhalten.

Auf den nächtlichen Einsatz sollte grundsätzlich verzichtet werden, da viele Wildtiere dann aktiv sind. Haustiere sollten während des Mähens sicher im Haus bleiben, um Verletzungen zu vermeiden. «Für Wildtiere ist ein automatisch gemähter Garten kein harmloser Ort. Wer Tiere schützen will, sollte auf den Einsatz von Mährobotern verzichten», erklärt Bollag.

Steigender Handlungsbedarf

Der Westliche Igel steht europaweit unter Druck – auch in der Schweiz nehmen geeignete Lebensräume durch intensive Gartennutzung und den Rückgang von Insekten ab. Zusätzliche Gefahren wie der Einsatz von Mährobotern verschärfen die Situation weiter.

Was tun bei einem verletzten Igel?

Wer einen verletzten oder schwachen Igel in seine Obhut nimmt, sollte sich so rasch wie möglich mit einer qualifizierten Igelfachstelle in Verbindung zu setzen. Diese entscheidet, ob das Tier medizinische Hilfe braucht oder wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Falls eine weitere Pflege nötig ist, wird diese durch die Igelfachstelle veranlasst.

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Über VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz:

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen.

Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.


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