20.08.2026, Ärztinnen und Ärzte gefolgt von Elektroinstallateurinnen und -mechaniker führen den Fachkräftemangel-Index Zentralschweiz zum dritten Mal in Folge an. Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ hat gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich die Rekrutierungssituation in 100 Berufen verglichen. Trotz konjunktureller Abkühlung bleibt der Fachkräftemangel bestehen.
Auffällig ist die Häufung von Elektroberufen an der Spitze. Hinter Elektroinstallateurinnen auf dem zweiten Rang folgen auf Rang drei Installateure und Mechanikerinnen für Elektronik und Telekommunikationstechnik. Auch Telekommunikations- und Rundfunktechniker auf Rang acht, material- und ingenieurtechnische Fachkräfte auf Rang zehn sowie Ingenieurinnen der Elektrotechnik auf Rang 14 gehören zu den am schwersten zu besetzenden Berufen.
In den vordersten Rängen ebenfalls stark vertreten ist der Gesundheitsbereich. Neben Ärztinnen und Ärzten auf dem ersten Platz befinden sich akademische und nichtakademische Krankenpflege- und Geburtshilfefachkräfte auf den Plätzen 5 und 6. Auf den Plätzen 17 bis 20 folgen weitere Assistenz- und Fachberufe in der Human- und Tiermedizin.
Regionaler Mangel bei präzisionshandwerklichen Berufen
Im Vergleich zur schweizweiten Rangliste sind in der Zentralschweiz ist die Situation bei Präzisionshandwerkern und kunsthandwerklichen Berufen, beispielsweise Uhrmachern, Mikromechanikerinnen und Schmuckwarenherstellern. Schweizweit befindet sich diese Berufsgruppe auf Rang 85, in der Zentralschweiz auf Rang 13. Zuletzt kamen hier auf eine arbeitssuchende Person drei offene Inserate.
500 Jobs in der Industrie verloren
Im Jahr 2025 gingen in der Zentralschweiz rund 500 Jobs bei Industrieunternehmen verloren. Die Arbeitslosenquote stieg in der gleichen Zeit deutlich an. Dennoch kann nicht von einer Entspannung beim Fachkräftemangel gesprochen werden. Schuld ist die Demografie. In den nächsten Jahren gehen geburtenstarke Jahrgänge in Pension.
Unternehmen sind gefordert. Erstens müssen sie ihr grosses Engagement in die Aus- und Weiterbildung weiterführen. Zweitens entscheidet die Produktivität. Sie müssen investieren und Prozesse optimieren, dass mit weniger Ressourcen mehr hergestellt werden kann. Drittens ist die Politik gefordert. Ein wachsender Staatsapparat konkurrenziert die Privatwirtschaft um dieselben Fachkräfte, und administrative Auflagen binden Personal, das anderswo fehlt.





