E-Trottinett-Crashtest: Helm reduziert mögliche Folgen eines Sturzes

16.09.2026 | 14:19 Uhr | Touring Club Suisse (TCS)

Uhr Lesedauer: 3 Minuten


Touring Club Suisse (TCS)
Bildrechte: Touring Club Schweiz/Suisse/Svizzero - TCS

16.09.2026, Vernier/Ostermundigen (ots) - Der TCS hat in Crashtests untersucht, wie stark der Kopf bei einem Sturz belastet wird und welchen Unterschied ein Velohelm macht. Die Versuche zeigen: Bei 20 km/h können enorme Kräfte auf den Kopf wirken. Ein Helm reduziert die Belastung deutlich - kann bei einem heftigen Aufprall schwere Verletzungen aber nicht in jedem Fall verhindern. Der TCS empfiehlt, auf dem E-Trottinett einen Helm zu tragen.

E-Trottinette gehören mittlerweile zum Stadtbild. Gleichzeitig häufen sich die schweren E-Trottinett-Unfälle. Gemäss dem Bundesamt für Strassen ASTRA wurden in der Schweiz im vergangenen Jahr 152 E-Trottinett-Fahrende schwer sowie drei tödlich verletzt.

Vier Crashtests mit und ohne Helm

Um die Auswirkungen eines typischen Alleinunfalls zu veranschaulichen, führte der TCS vier Crashtests durch. Ein mit Sensoren im Kopf- und Nackenbereich ausgestatteter Dummy fuhr mit einem E-Trottinett frontal gegen ein Hindernis. Getestet wurde jeweils mit und ohne Velohelm bei 20 beziehungsweise 15 Stundenkilometer.

Als Mass für das Risiko schwerer Kopfverletzungen wurde unter anderem das sogenannte Head Injury Criterion (HIC36) ausgewertet. Ein Wert grösser als 1000 entspricht dabei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, eine schwere Kopfverletzung zu erleiden.

Enorme Kräfte bei 20 Stundenkilometer

Während die gemessenen Kräfte auf den Kopf mit und ohne Helm bei 20 Stundenkilometer bei Werten von über dem 200- beziehungsweise über dem 300-fachen der Erdanziehung lagen und sich der Verunfallte auch mit Helm mit mehr als 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit schwere Kopfverletzungen zugezogen hätte, kommen die Unterschiede bei 15 Stundenkilometer deutlicher zum Vorschein. Bei dieser Geschwindigkeit lag der HIC36-Wert mit Helm unter 1000, während der Wert ohne Helm darüber liegt - eine schwere Kopfverletzung hätte durch den Helm also mit grosser Wahrscheinlichkeit verhindert werden können.

Beim Sturz mit Helm bei 15 Stundenkilometer wurden die gemessenen Kräfte auf den Kopf auch deshalb etwas reduziert, da die Dynamik des Sturzes eine leichte Rotation beinhaltete, womit der Dummy vor dem Kopf bereits mit Knie, Ellenbogen und Schulter auf dem Boden aufschlug. Dies zeigt auf, wie wichtig es bei einem Unfall ist, dass der Fahrer aufmerksam ist und den Aufprall mit funktionierenden Reflexen etwas abfangen kann.

Für TCS-Experte Stefan Eichenberger zeigt der Test eindrücklich die Folgen eines E- Trottinett-Unfalls: "E-Trottinett-Fahrer sind sich oftmals nicht bewusst, mit welchen Kräften Sie es zu tun haben. Meistens fahren sie ohne Helm und nicht selten sieht man E-Trotti-Fahrer telefonierend, einhändig unterwegs. Wer einmal einen Unfall bei 20 Stundenkilometer gehabt hat, oder sieht, wie es unseren Dummies ergangen ist, tut dies nicht so schnell wieder."

Helm tragen, Risiken gar nicht erst eingehen

Der TCS empfiehlt deshalb, auf dem E-Trottinett immer einen Velohelm zu tragen, auch wenn dieser gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Ebenso wichtig ist es, während der Fahrt beide Hände am Lenker zu behalten und das Handy in der Tasche zu lassen. Und auch für E-Trottinette gilt: Kein Alkohol am Steuer. Alkohol verlängert die Reaktionszeit und kann die Unfallfolgen zusätzlich verschärfen. Ausserdem hilft helle Kleidung, am besten mit Reflektoren, dass man im Verkehr gesehen wird. Licht vorne und hinten ist gesetzlich vorgeschrieben, auch tagsüber.

Pressekontakt:

Marco Wölfli, Mediensprecher TCS
Tel. 058 827 34 03
marco.woelfli@tcs.ch



--- ENDE Pressemitteilung E-Trottinett-Crashtest: Helm reduziert mögliche Folgen eines Sturzes ---



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Über Touring Club Suisse (TCS):

Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1,6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an.

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Seit 1908 setzt sich der TCS ein für mehr Sicherheit in der Mobilität – möglich dank der Mitgliedschaft. Er entwickelt Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen, testet Mobilitätsinfrastrukturen und berät Behörden. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115'000 Leuchtgürtel und 90'000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich.

Mit 32 Plätzen und rund 900'000 Logiernächten ist der TCS auch der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 43’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.


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Quellen:
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