Mit der Veröffentlichung eines Rankings der Gymnasien hat die ETH einen Tabubruch begangen. Solche Rankings verbessern die Transparenz und tragen zu einer höheren Qualität im Bildungswesen bei. Der durch die Ranglisten erzeugte Druck führt dazu, dass Schulen nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und entsprechende Massnahmen einleiten. Der Qualitätswettbewerb wird gefördert. Das untermauert eine von economiesuisse durchgeführte Umfrage bei den Gymnasien. Die Antworten von gerankten und nicht gerankten Schulen unterscheiden sich signifikant. Nicht einmal drei Prozent der nicht aufgelisteten Gymnasien sehen einen Handlungsbedarf. Entsprechend wurden auch keine konkreten Massnahmen unternommen. Fehlt die Transparenz, fehlt auch der Druck zur Qualitätssteigerung. Bei den gerankten Schulen hingegen haben bereits mehr als 20 Prozent konkrete Massnahmen geplant. Beim unteren Drittel der Rangliste erachtet sogar jede zweite Schule Massnahmen als nötig.
Ein Drittel der Gymnasien geht davon aus, dass das Ranking einen positiven Einfluss auf die Bildungsqualität haben wird. Dieser Anteil ist bei Schulen, die selbst im ETH-Ranking aufgeführt sind, signifikant grösser. Dennoch lehnen die meisten Gymnasien die ETH-Studie ab. Drei Viertel finden die darin enthaltene Rangliste nicht sinnvoll. Sie befürchten, dass dadurch eine falsche und einseitige öffentliche Diskussion entsteht. Die ETH-Studie hat in 86 Prozent der Gymnasien zu teilweise intensiven Diskussionen geführt: Im unteren Drittel der Rangliste erachten zwei von drei Schulen ihre Platzierung als ungerecht. 84 Prozent des oberen Drittels sehen ihre Position als gerechtfertigt. Weniger als drei Prozent der Schulen gehen davon aus, dass die ETH-Rangliste negative Auswirkungen auf sie haben wird. Die Mehrheit erwartet positive Konsequenzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Ranglisten wirken. economiesuisse begrüsst das mutige Vorgehen der ETH. economiesuisse plädiert für einen kritischen und konstruktiven Umgang mit Rankings, damit der Qualitätswettbewerb in der Bildung gestärkt wird. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf transparente Informationen. economiesuisse fordert, dass mittelfristig das Ranking auf die grossen Universitäten ausgeweitet wird. Nur so kann die Leistung der Gymnasien umfassend überprüft werden.



