Mehr als 2‘000 Vertreter von Unternehmen haben sich in einer Umfrage der ETH zum gemein nützigen Engagement ihrer Firma geäussert. Das Resultat erstaunt: Über 76 Prozent der untersuchten Unternehmen nehmen ihre soziale Verantwortung entweder passiv (Schenkungen, Spenden) oder aktiv (Beurlaubung ihrer Mitarbeiter für diverse Milizämter) wahr. Über 90 Prozent der Befragten stammen von KMU mit weniger als 250 Mitarbeitern. Trotz der Rezession bleibt das gesellschaftliche Engagement der Wirtschaft stabil. 95 Prozent der engagierten Unternehmen geben an, dass ihre Leistungen in Zukunft entweder gleich bleiben oder sogar ausgebaut werden sollen. Die Motive für die Wahrnehmung des „Service Public“ sind unterschiedlicher Natur; allerdings sind sie bei 71 Prozent der befragten Unternehmen nicht direkt an Gewinnbestrebungen geknüpft. Bei fast drei Viertel ist das Engagement ein direktes Anliegen der Geschäftsleitung und entspricht dem Wunsch, der eigenen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.
Deutschschweizerische KMU engagieren sich am stärksten
Aus der Aufgliederung der Datensätze nach Sprachregionen geht hervor, dass sich die Deutschschweiz mit 79 Prozent aller befragten Firmen am stärksten engagiert. Die Romandie steht mit 55 Prozent an zweiter Stelle. Im Tessin engagieren sich hingegen nur 45 Prozent aller Unternehmen für gemeinnützige Zwecke. Den internationalen Vergleich braucht die Schweiz nicht zu scheuen. Prozentual gesehen engagieren sich mehr Schweizer Firmen aktiv für gemeinnützige Aktivitäten als deutsche oder US-amerikanische.
Ein Grossteil fliesst in den Sport
71 Prozent der Unternehmen lassen ihre gemeinnützigen Leistungen in den Sport fliessen. Kultur und Bildungswesen werden von 59 Prozent bzw. 53 Prozent der Firmen unterstützt. Das Schlusslicht bildet mit 38 Prozent das Sozialwesen. Nur ein Viertel der befragten Unternehmen kommunizieren ihr soziales Engagement nach aussen. Das hängt damit zusammen, dass dieser Bereich im Unterschied zu anderen Unternehmensprozessen wenig standardisiert bzw. professionalisiert ist. In der aktuellen Rezession mag dies sogar ein Vorteil sein. Da die Corporate Citizenship nicht an Gewinnerwartungen gekoppelt ist, fällt sie keinen Sparprogrammen zum Opfer.



