An der Jahresversammlung werden die 63 Gouverneure den Aktionsplan der EBRD vor dem Hintergrund der Finanzkrise und ihrer Folgen erörtern. Die Gouverneure werden die Bank ausserdem bei der Ausgestaltung eines mittelfristigen Planes (2010/2011 - 2015) beraten.
Die Investitionstätigkeit lässt zwar nach, doch die EBRD sieht sich mit einer zunehmenden Finanzierungsnachfrage konfrontiert, da andere Finanzierungsquellen ausgetrocknet sind. Weil Osteuropa und Zentralasien zu den am stärksten von der Krise betroffenen Regionen gehören, wird der Schwerpunkt auf die Unterstützung systemischer Finanzinstitutionen gelegt, um für den lokalen Privatsektor den Zugang zur Finanzierung zu gewährleisten. Im heutigen Risikoumfeld erwartet die Bank für ihre Geschäftstätigkeit 2009 ein Rekordniveau von EUR 7 Mrd. (gegenüber EUR 5,1 Mrd. 2008).
Allerdings wurde auch die Bank selbst durch die Krise getroffen. Nach drei Jahren hoher Gewinne verzeichnete die Bank 2008 einen Nettoverlust, der vorwiegend auf die Neubewertung ihres breit gestreuten Aktien- und Derivate-Portfolios zurückzuführen ist. Auf der operativen Ebene arbeitet die EBRD weiterhin profitabel.
Bundesrätin Doris Leuthard unterstützt den Aktionsplan der Bank als Antwort auf die sich aus der Krise ergebenden Bedürfnisse. Gleichzeitig fordert sie die Bank zur Einhaltung ihrer Qualitäts- und Governance-Standards sowie zu Prioritätensetzung, Risikomanagement und sorgfältigem Umgang mit den vorhandenen Ressourcen auf.
Schliesslich trifft sie sich mit EBRD-Präsident Thomas Mirow sowie mit den Gouverneuren der von der Schweiz angeführten Stimmrechtsgruppe - Türkei, Liechtenstein, Usbekistan, Kirgistan, Aserbaidschan, Turkmenistan, Serbien und Montenegro.
Die Schweiz betrachtet die EBRD als eine wichtige Partnerin bei der Umsetzung ihrer Entwicklungspolitik in Osteuropa und Zentralasien. Sie unterstützt die Tätigkeiten der Bank durch Kofinanzierungen, technische Unterstützung und spezifische Initiativen.



