Als sich die Ständeratskommission an ihrer Sitzung vom 6. April 2009 mit 5:2 Stimmen bei 3 Enthaltungen für eine subventionierte und befristete Frühpensionierung aussprach, stand der Wunsch nach einer sozialen Abfederung im Vordergrund. Der Finanzenrahmen wurde nur vage abgesteckt. Die Hälfte der Einsparungen durch die Erhöhung des Frauenalters (781 Mio. Franken) sollten einer sozialen Subventionierung der Frühpensionierung dienen. Mittlerweile hat das Bundesamt für Statistik die Anträge der Kommission ausgerechnet: sie bescheren der AHV-Rechnung bis 2020 Mehrkosten von insgesamt über 4 Mrd. Franken. Wo her diese Sorglosigkeit?
Sofort ausgeben, übermorgen sparen Gerechnet hat die Kommission bei ihrem Entscheid wenig. Und aufgrund unterschiedlicher Fristigkeiten hat sie sich damit gründlich verrannt. Während die Abfederung bereits mit Inkrafttreten der Vorlage, also 2011, ihre ausgabentreibende Wirkung entfaltet, fallen die Einsparungen durch die Angleichung des Frauenrentenalters erst nach einer Übergans zeit von vier Jahren an. Dadurch wird die AHV zunächst einmal stärker belastet: 2012 sogar um fast eine Milliarde Franken, 2013 um rund 900 Mio. Franken.
Rasche soziale Abfederung für fast alle Die soziale Abfederung ist breit abgesteckt: Der Rentenvorbezug soll für Einkommen bis 82‘000 Franken vergünstigt werden und zwar für Frauen und Männer (Art. 40ter): statt ei ner versicherungstechnisch korrekten Kürzung von 4,6 Prozent für ein Jahr, soll der Kürzungssatz 2,3 Prozent betragen. Bei einem zweijährigen Vorbezug wären es 4,3 Prozent statt versicherungsmathematisch korrekt 13,6 Prozent.
Nachhaltigkeit jetzt! Mit dem SGK-S-Modell würde die AHV zwar langfristig entlastet. Und zwar um ähnlich viel wie im Modell des Bundesrats (Vorruhestandsleistung), aber um 250 Mio. Franken weniger als beim Nationalratsentscheid. Die Nationalratslösung, welche auf Ungleichbehandlungen beim Vorbezug verzichtet, greift ausserdem wesentlich rascher und entlastet die AHV ab 2015. Der Ständerat sollte der Weitsichtigkeit des Nationalrats folgen und das Sparen nicht in die Zukunft verschieben.



