Bildquelle: H+ Die Spitäler der Schweiz, übermittelt via Presseportal.ch
15.01.2026, Der Bundesrat erklärt in seinem Bericht zum Postulat 24.3014 einen automatischen Teuerungsausgleich bei Tarifen für "nicht sachgerecht", da das Gesetz einen solchen nicht vorsieht und der Teuerungsausgleich aus seiner Sicht im Rahmen der Verhandlungen zwischen den Tarifpartnern geregelt werden muss. Damit blendet er einen Haupttreiber der Finanzierungskrise der Spitalbranche aus: Tarife, die der Inflation hinterherhinken, zementieren die Unterfinanzierung. Die Erfahrung zeigt, dass die mit den Versicherern verhandelten Tarife die Teuerung weder verlässlich noch rechtzeitig abbilden. Ohne kostendeckende und automatisch an die Teuerung angeglichene Tarife drohen Versorgungsabbau und ein Transformationsstau - ausgerechnet in einer Phase, in der Ambulantisierung und demografischer Wandel enorme Anpassungen verlangen.
Anders als andere Branchen können Spitäler und Kliniken ihre Preise nicht frei festlegen, ihre
Kosten steigen aber mit Personal-, Energie- und Materialpreisen. Die Folge ist eine wachsende
Schere zwischen Teuerung und Tarifen. Die
Unterfinanzierung ist messbar - und gefährdet die Versorgung
Die Konsequenzen sind klar bezifferbar: rund 25 % Unterfinanzierung im ambulanten Bereich und rund 10 % im stationären Bereich. Das erschwert nötige Investitionen, verschärft den Druck auf die ohnehin knappen Fachkräfte und erhöht das Risiko, dass Leistungen abgebaut oder Standorte geschwächt werden - mit Folgen für Patientinnen und Patienten. Die Schweiz braucht Spitäler und Kliniken, die den Umbau zur Spitallandschaft der Zukunft vorantreiben: mehr ambulante Versorgung, neue Versorgungsmodelle, Digitalisierung. "Wer eine konsequente Ambulantisierung politisch will, muss sie tariflich ermöglichen. Ohne faire, an die Teuerung angepasste Tarife, wird der notwendige Wandel unmöglich", so Anne-Geneviève Bütikofer.
H+ fordert eine verbindliche und transparente Indexierung der Tarife, damit Kostenentwicklungen nicht in Blockaden, Verfahren und Verzögerungen enden. Das schafft Planbarkeit für die Versorgung - und die nötige Investitionsfähigkeit für die weitere Transformation.
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