Der Umzug des Bundesamtes für Statistik nach Neuchâtel hat seinen Ursprung in den Bemühungen zu Beginn der 1980er-Jahre, die Bundesverwaltung zu dezentralisieren. Nachdem das Projekt «TGV» des Büros Bauart 1990 den Zuschlag erhalten und das Parlament das Bauvorhaben von 130 Millionen Franken 1992 genehmigt hatte, konnten die Arbeiten für das Hauptgebäude 1993 beginnen. 1998 schliesslich war das Bauwerk fertig.
Seither hat sich das BFS permanent weiterentwickelt. Das 1993 in Kraft getretene Bundesstatistikgesetz erteilte dem BFS zusätzliche Aufgaben, die einen grösseren Personal- und Platzbedarf nach sich zogen. Der zwischen 2001 und 2004 neben dem Hauptgebäude errichtete Turm brachte 245 zusätzliche Arbeitsplätze, was die Kapazität auf insgesamt 720 erhöhte. Dadurch konnte die letzte in Bern verbliebene BFS-Einheit ebenfalls nach Neuchâtel transferiert werden. Das 50 Meter hohe und 14 Stockwerke umfassende Verwaltungsgebäude wirkt wie eine Galionsfigur des BFS, und das hauptsächlich verwendete Glas steht für maximale Transparenz. In städtebaulicher Hinsicht unterstreicht das BFS die Bedeutung des Bahnhofs als strategischer Entwicklungspol.
Mit dem Inkrafttreten der bilateralen Abkommen am 1. Januar 2007 verstärkte sich der Personalbedarf des BFS noch weiter. Eine Anpassung des Arbeitsplatzkonzepts drängte sich deshalb auf. Infolgedessen werden gegenwärtig der ehemalige Standort der Bibliothek und des Espace Public in Grossraumbüros umgestaltet. Dadurch stehen ab Anfang Dezember 2008 insgesamt 70 zusätzliche Arbeitsplätze zur Verfügung.
Das Amt zählt heute 726 Mitarbeitende, die 21 Statistikbereiche betreuen, darunter Volkswirtschaft, Bildung, nachhaltige Entwicklung oder Bevölkerung. Im europäischen Vergleich liegt der Mittelverbrauch des BFS für diese Aktivitäten unter jenem der übrigen nationalen statistischen Ämter.
Eine Pionierleistung Die vom Büro Bauart Architekten und Planer AG entworfenen BFS-Gebäude sind eine Pionierleistung auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens. Es war ein Kernanliegen der Projektakteure, eine gesunde und qualitativ hochwertige Arbeitsumgebung zu schaffen und den Energieverbrauch durch Reduktion des Bedarfs zu senken; gleichzeitig sollte möglichst viel erneuerbare Sonnenenergie eingesetzt werden. Diese Anstrengungen wurden durch zahlreiche Auszeichnungen belohnt, darunter der Architekturpreis der Schweizerischen Interessengemeinschaft für Baubiologie/Bauökologie (1997), der Schweizer und der Europäische Solarpreis (1998) sowie die Wahl in die Kategorie «Best 50» beim Energy Globe Award in Wien (2001).
Auf die Errichtung des BFS-Hauptgebäudes folgte jene des Turms, dem das Minergie-ECO- Label zugesprochen wurde und der 2006 auch für die «Distinction romande d’architecture» nominiert wurde. Ganz allgemein wirkten die beiden Neubauten als Katalysator für die urbane Erneuerung des gesamten Bahnhofplateaus in Neuchâtel.
Um die 10 Jahre Anwesenheit in Neuchâtel zu feiern, plant das BFS, eine Webcam zuoberst auf dem 50 Meter hohen Turm zu installieren. Dank ihrer auf der Internetseite des BFS gezeigten Bilder kann damit ein breites Publikum an der eindrücklichen Aussicht teilhaben. Auch wird das Amt – das nicht wenige immer noch in Bern ansiedeln – stärker in Neuchâtel verankert.



