Kaum Veränderungen der Anzahl Konkurseröffnungen und Konkurserledigungen Die Finanz- und Wirtschaftskrise, von der gegenwärtig auch die Schweiz betroffen ist, scheint die Gesamtzahl der Betreibungen und Konkurse im Jahr 2008 nicht beeinflusst zu haben. Diese ist im Vergleich mit 2007 sehr stabil. Bei den Konkurseröffnungen wurden lediglich 29 zusätzliche Fälle registriert (+0,27% auf 10'741) und die Liquidationsverfahren wiesen eine leichte Abnahme auf (-1,9% auf 10'269). Diese Ergebnisse bestätigen die stabile Tendenz, die bereits in den vergangenen vier Jahren beobachtet wurde. Es ist anzumerken, dass nicht alle im Jahr 2008 erledigten Konkurse zwingend im gleichen Jahr (sondern auch in früheren Jahren) eröffnet wurden.
2008 verbuchten vier Kantone alleine nahezu die Hälfte (48%) aller Konkurseröffnungen in der Schweiz. Es waren dies die Kantone Waadt (1462), Zürich (1450), Bern (1154) und Genf (1055). Dieselben Kantone, jedoch in einer anderen Reihenfolge, registrierten auch über 51 Prozent aller erledigten Konkurse: Zürich (1553), Waadt (1335), Genf (1192) und Bern (1185). Mit Ausnahme des Kantons Genf (+8% auf 1192) gingen die Konkurserledigungen in allen Westschweizer Kantonen und im Tessin zurück. Bei den Deutschschweizer Kantonen verzeichnete der Kanton Basel-Landschaft die stärkste Zunahme an erledigten Konkursen (+62% auf 297).
Starker Rückgang der Verlustsumme im Jahr 2008 Die aus den Konkurserledigungen entstandenen Gesamtverluste gingen deutlich zurück: 2007 beliefen sie sich noch auf 3,36 Milliarden Franken, 2008 waren es 2,55 Milliarden Franken (-24%). Obschon die Entwicklung der Verluste starken Schwankungen unterliegt, ist dies das tiefste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre.
Die beiden Kantone, die 2007 die grössten Verluste hinnehmen mussten (Tessin und Genf mit je rund 600 Millionen Franken), registrierten 2008 eine Verringerung der Verluste: Im Tessin betrug der Rückgang 428 Millionen Franken (-71%) und in Genf 264 Millionen Franken (-44%). Dennoch bleibt Genf der Kanton mit den höchsten Verlusten (332 Millionen Franken), gefolgt von den Kantonen Bern (326 Millionen Franken) und Waadt (252 Millionen Franken). Die höchsten Durchschnittswerte der aus Konkurserledigungen entstandenen Verluste verzeichneten die Kantone Zug (1,2 Millionen Franken) und Aargau (0,8 Millionen Franken).
Allgemeine Stabilität bei den Betreibungen Bei den Betreibungen nahm die Zahl der ausgestellten Zahlungsbefehle leicht zu (+1,18% auf 2,5 Millionen Zahlungsbefehle), während die Zahl der vollzogenen Pfändungen etwas zurückging (-1,35% auf 1,3 Millionen). Ausserdem ergab sich ein schwacher Anstieg der Verwertungen (+2,5% auf 0,47 Millionen). Seit 2003 wird eine leichte und stetige Zunahme der Verwertungen registriert.



