Gramnegative Krankheitserreger sind für rund die Hälfte aller im Spital erworbenen bakteriellen Infektionen verantwortlich. Viele gramnegative Bakterien haben die Fähigkeit erworben, Enzyme zu produzieren, die Beta-Laktam-Antibiotika zerstören. Medikamente dieser Wirkstoffklasse waren über viele Jahrzehnte hinweg die wichtigsten Waffen im Kampf gegen bakterielle Infektionen. Immer häufiger treten jedoch multiresistente Erreger auf, gegen die es nur sehr wenige oder sogar gar keine Therapiemöglichkeiten gibt. Infektionen mit solchen Erregern sind mit erhöhter Sterblichkeit, verlängerten Spitalaufenthalten sowie höheren Kosten für das Gesundheitssystem verbunden.
BAL30072 ist ein neuartiges, injizierbares Sulfaktam-Antibiotikum. In In-vitro- und In-vivo- Modellen zeigte es eine starke, bakterienabtötende Wirkung gegenüber einer Vielzahl klinisch relevanter multiresistenter gramnegativer Krankheitserreger, wie beispielsweise Bakterien der Gattungen Pseudomonas oder Acinetobacter. BAL30072 überwindet verschiedene bakterielle Resistenzmechanismen. Insbesondere ist es weniger anfällig gegen eine Inaktivierung durch bakterielle Enzyme, wie z.B. Beta-Laktamasen mit erweitertem Wirkspektrum (extended-spectrum beta-lactamases, ESBLs), Carbapenemasen oder die Neu-Delhi-Metallo-Beta-Laktamase 1 (NDM-1), welche Resistenzen gegen viele der heute verfügbaren Antibiotika verursachen.
"Aufgrund seiner starken antimikrobiellen Eigenschaften könnte BAL30072 eine sehr wichtige Rolle bei der Behandlung schwerer und lebensbedrohlicher Infektionen durch gramnegative Bakterien spielen, gegen die es derzeit kaum Therapiemöglichkeiten gibt", so Prof. Achim Kaufhold, Basileas Chief Medical Officer. "Die jetzt begonnene Studie ist ein weiterer Schritt in der klinischen Phase-1-Erprobung dieses vielversprechenden Medikamentenkandidaten und hat das Ziel, in Vorbereitung klinischer Phase-2-Studien die Dosierungsschemata zu optimieren.
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