Axpo gehört zu 100 Prozent den Kantonen und Kantonswerken der Nordostschweiz und hat einen klaren Versorgungsauftrag. Um auch künftig die sichere und umweltgerechte Stromversorgung ihrer Kunden gewährleisten zu können, muss Axpo in den nächsten Jahren in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld massiv investieren. Bis 2030 sollen 21 Mrd. CHF für den Neu- und Ausbau von Produktionskapazitäten und Netzen aufgebracht werden. Dafür muss Axpo effizienter werden, die Ertragskraft steigern sowie schneller und flexibler auf die Herausforderungen von Märkten und Politik reagieren können. Dabei geht es im Wesentlichen um drei Stossrichtungen:
-Flexibilisierung der Produktionsstrategie: Nach dem Verzicht auf die ursprünglich geplanten Ersatz-Kernkraftwerke wird Axpo auf einen flexiblen Beschaffungsmix aus dem In- und Ausland setzen.
-Steigerung der Ertragskraft: Die Zusammenlegung der Handelsaktivitäten von EGL AG und Axpo AG bietet neue Marktchancen. Die Kompetenzen werden konzentriert, die Bewirtschaftung des Kraftwerksparks optimiert.
-Kostensenkungen: Durch die Neuorganisation der Steuerungs- und Supportfunktionen sowie die Zusammenlegung von operativen Bereichen wird Axpo ab März 2012 bis zu 140 Stellen abbauen, teilweise durch natürliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen. Es wird aber auch zu Entlassungen kommen. Zusätzlich werden bei verschiedenen operativen Kostenpositionen Einsparungen umgesetzt.
Insgesamt soll der EBIT mittelfristig durch die Restrukturierung um über 100 Mio. CHF verbessert werden.
Flexible Strategie, Produktionsziel für Erneuerbare verdoppelt
Die von Bundesrat und Parlament als Folge von Fukushima eingeleitete politische Energiewende hat die Ausgangslage für Axpo und die Grundlagen für eine sichere Stromversorgung fundamental verändert und unsichere Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung geschaffen. Axpo reagiert mit einer Anpassung der Produktionsstrategie. Der Auftrag der Axpo ist es weiterhin, eine sichere und umweltgerechte Stromversorgung der Kunden im Versorgungsgebiet zu gewährleisten. Versorgungssicherheit wird angestrebt, indem jederzeit genügend Kapazitäten (Kraftwerke und Beschaffungsverträge) vorrangig in der Schweiz oder durch Beschaffung aus dem Ausland zur Verfügung stehen.
Axpo will flexibel auf die aus heutiger Sicht nicht schlüssig absehbare Entwicklung der Rahmenbedingungen reagieren können. Im noch breiter abgestützten Produktions- und Beschaffungsmix ist Kernenergie aus den Schweizer und den französischen Werken für die nächsten Jahre auch weiterhin ein wichtiges Element. Wasserkraft wird zur Hauptsache im Inland aber auch im benachbarten Ausland eine wichtige Produktionsquelle bleiben bzw. werden. Angesichts des beschränkten Ausbaupotenzials und aufgrund der verschärften Restwasservorschriften wie auch der absehbar restriktiveren Haltung der Konzessionsgeber ist schon der Erhalt der bisherigen Produktionsmengen im Inland ein ambitiöses Ziel. Grösstes Projekt im Inland bleibt Linthal 2015 mit dem 1000-Megawatt-Pumpspeicherwerk Limmern. Windanlagen im Ausland und Biomasse sowie Kleinwasserkraft im Inland sind weiterhin die Säulen der Strategie für neue erneuerbare Energien. Das Produktionsziel für neue erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 wird von 2,2 Mrd. kWh auf 5 Mrd. kWh erhöht. Axpo wird damit weiterhin die grösste Produzentin von erneuerbarer Energie in der Schweiz bleiben. Allerdings wird über die Hälfte des Zubaus im Ausland stattfinden.
Der Bau von Gas-Kombikraftwerken und allenfalls Wärmekraftkopplungs-Anlagen sind – falls die gesetzlichen und ökonomischen Kriterien stimmen – zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls Optionen für Axpo. Ebenso wird sich Axpo noch stärker für Energieeffizienz bei eigenen Anlagen, Gebäuden und Fahrzeugen wie auch im Kundenbereich einsetzen.
Neue Konzernstruktur, deutliche Ertragsverbesserung
Mit der vollständigen Übernahme der EGL AG hat der Konzern die Möglichkeit, das Handelsgeschäft der Konzerntöchter Axpo AG und EGL AG sowie diverse Steuerungs- und Servicefunktionen zusammenzulegen. Dadurch lassen sich Doppelspurigkeiten eliminieren, Kompetenzen konzentrieren, Abläufe vereinfachen und so Kosten reduzieren. Nebst der Nutzung von Synergien sollen auch zusätzliche Ertragspotenziale erschlossen und mittelfristig eine Ergebnisverbesserung von deutlich über 100 Mio. CHF pro Geschäftsjahr erreicht werden.
Die stärkere Integration von Axpo Holding AG, Axpo AG und EGL AG ermöglicht die Schaffung einer neuen, optimierten Konzernstruktur. Neu werden die operativen Tätigkeiten, die heute in mehreren Divisionen der Axpo AG und bei der EGL AG angesiedelt sind, in den beiden Geschäftsbereichen "Produktion & Netze" und "Handel & Vertrieb" konzentriert. Auch die heute noch in den einzelnen Gesellschaften vorhandenen Steuerungs- und Servicefunktionen werden zusammengelegt. Neues operatives Führungsorgan ist die Konzernleitung unter Leitung von CEO Heinz Karrer. Dem Gremium gehören neben dem Konzern-Finanzchef Martin Schwab die Leiter der beiden neuen Geschäftsbereiche Produktion & Netze, Manfred Thumann, sowie Handel & Vertrieb, Hans Schulz, und der CEO der Tochtergesellschaft CKW, Andrew Walo, an. Die neue Konzernstruktur wird auf den 1. März 2012 umgesetzt.
Als Folge der Restrukturierung wird es auch zu einem Abbau von bis zu 140 Vollzeitstellen kommen. Ziel ist es, diesen Abbau möglichst über natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen umzusetzen, dennoch wird es auch Entlassungen geben. Für die austretenden Mitarbeitenden wurde ein Sozialplan erstellt. Der durchschnittliche Personalbestand im Geschäftsjahr 2010/11 belief sich auf 4415 Mitarbeitende (Vollzeitstellen).
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