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Swiss-Press Swiss-Press Heute ist der 07.09.2010 | 01:54 Swiss-Press
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Wertpapiere statt Sparbuch (21.07.2010)
   
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Wertpapiere statt Sparbuch

Geringeres Sparen und Einlagenzinsen auf einem Tiefstand führten im ersten Quartal 2010 zu einem geringeren Vermögensaufbau und Umschichtungen im Geldvermögen der Österreicher. Der grösste Anteil der Geldvermögensbildung entfiel auf Wertpapiere und Lebensversicherungen. Beide Anlageformen profitierten auch von höheren Wertpapierkursen.

Gemäss den Daten der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung betrug der 
Vermögensaufbau privater Haushalte in Finanzanlagen im ersten Quartal 2010 2,5 Mrd EUR, 
gegenüber 1,7 Mrd EUR im vierten Quartal 2009, aber deutlich weniger als im ersten 
Quartal 2009 (4,5 Mrd EUR). Damit fiel der Vermögensaufbau kumuliert in den letzten vier 
Quartalen mit 11,9 Mrd EUR erheblich geringer aus als in den letzten drei Jahren.

Das stagnierende netto verfügbare Einkommen bei gleichzeitig moderatem Wachstum der 
Konsumausgaben liess im abgelaufenen Quartal weniger Spielraum für die Ersparnisbildung, 
die zum grössten Teil – trotz Wohnbauinvestitionen und Goldkäufen – in Finanzanlagen 
floss. Die Sparquote sank auf Basis der kumulierten Werte aus den letzten vier Quartalen 
auf 9,8%. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 betrug sie noch 11%.
 
Trieben in den letzten drei Jahren insbesondere die höheren Einlagenbestände bei Banken 
den Vermögensaufbau, so entschieden sich private Haushalte, im ersten Quartal 2010, ihre 
Einlagenbestände erstmals merklich zu verringern. Frei werdendes Kapital wurde nur 
teilweise zu anderen Einlagenanbietern umgeschichtet. Per saldo zogen private Haushalte 
Gelder von Sicht-, Termin und Spareinlagen um insgesamt 0,6 Mrd EUR ab. Die niedrigen 
nominellen Zinsen, bedingt durch eine leicht gestiegene Inflation von bis zu 1,7% im 
März 2010, führten zu einer negativen Realverzinsung in den meisten Bindungsfristen und 
dürften damit diesen Rückzug unterstützt haben. Der Einlagenbestand ging um 0,3% auf 
205,8 Mrd EUR  zum Ultimo März 2010 zurück, davon waren 151,7 Mrd EUR in Form von 
Spareinlagen veranlagt.
 
Gegenläufig operierten die Haushalte bei Veranlagungen in handelbare Wertpapiere. 
Insgesamt erwarben private Investoren diese Finanztitel im Ausmass von 1,3 Mrd EUR, 
wobei eine Umschichtung von Einlagen zu höher verzinsten und risikoreicheren 
Wertpapieren nicht ausgeschlossen werden kann. Interessant waren für Privatanleger vor 
allem inländische Bank- und Unternehmensanleihen, ausländische börsennotierte Aktien 
sowie Renten- und Immobilienfondszertifikate.
 
Neben den Nettozukäufen führte auch die höhere Bewertung der bestehenden 
Wertpapierportefeuilles im Ausmass von 2,4 Mrd EUR (bzw. 2,7%) zu einem Anstieg des 
Wertpapierbestandes auf 91,9 Mrd EUR und damit auf das Niveau vor dem Zusammenbruch von 
Lehman Brothers.
 
Die Ansprüche privater Haushalte gegenüber Versicherungen und Pensionskassen stiegen im 
ersten Quartal 2010 um 1,3 Mrd EUR und waren damit eine ebenso grosse Stütze in deren 
Vermögensaufbau. Sie wurden sowohl für die langfristige Absicherung als auch als 
Tilgungsträger für endfällige Kredite verwendet.
 
Das gesamte Finanzvermögen1) der österreichischen Privatanleger erreichte im März 2010 
einen Wert von 445,5 Mrd EUR – ein Plus von 1,3% gegenüber Dezember 2009.
 
Nach dem Verwendungszweck sehr unterschiedlich erfolgte die Neuverschuldung privater 
Haushalte im ersten Quartal 2010. Während Wohnbaukredite mit Nettokreditaufnahmen von 
250 Mio EUR weiterhin ein positives Wachstum zeigten, wurden Konsumkredite – wie schon 
im vierten Quartal 2009 – netto getilgt. Die höheren Neugeschäftszinsen der Banken für 
Konsumkredite dürften einen dämpfenden Impuls auf das Kreditwachstum ausgelöst haben.
 
Private Haushalte hatten zum Ultimo März 2010 Kreditschulden in Höhe von 146,1 Mrd EUR, 
rund zwei Drittel davon entfielen auf Wohnbaukredite. Das Wachstum der Verpflichtungen 
von weniger als 1% war schwerpunktmässig auf die höhere Bewertung der CHF-Kredite 
zurückzuführen.
 
Die Nettovermögensposition (d. h. Finanzvermögen abzüglich aushaftender Schulden) 
erhöhte sich von 293,8 Mrd EUR zum Jahresende 2009 um knapp 1,5% auf 298,2 Mrd EUR Ende 
März 2010.



Quelle: OeNB.	 
1 Kumulierter Jahreswert.
2 Summe aus verzinslichen Wertpapieren, börsennotiertern Aktien und
  Investmentzertifikaten.

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Ueber Österreichische Nationalbank OeNB:
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ist die Zentralbank der Republik 
Österreich und als solche integraler Bestandteil des Europäischen Systems der 
Zentralbanken (ESZB) bzw. des Eurosystems. Im öffentlichen Interesse gestaltet 
sie die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich und im Eurogebiet mit. Sie ist 
gemäss Nationalbankgesetz 1984 (NBG) eine Aktiengesellschaft, unterliegt im 
Vergleich zu anderen Aktiengesellschaften aber einer Reihe von besonderen im NBG 
begründeten Regelungen, die sich aus ihrer besonderen Stellung als Zentralbank 
ergeben. Das Grundkapital von 12 Mio Euro steht mit 70% im Eigentum des Bundes 
und mit 30% im Eigentum von Interessensvertretungen sowie von Banken und 
Versicherungen.

Die wesentlichsten Aufgaben der OeNB sind es, im Rahmen des Eurosystems an einer 
stabilitätsorientierten Geldpolitik mitzuwirken, zur Sicherung der 
Finanzmarktstabilität in Österreich beizutragen sowie die österreichische 
Bevölkerung und die österreichische Wirtschaft mit qualitativ hochwertigem und 
damit sicherem Bargeld zu versorgen. Des Weiteren hält und verwaltet die OeNB 
Währungsreserven (d. h. Gold und Fremdwährungsbestände) zur Absicherung des Euro 
in Krisenzeiten, erstellt Wirtschaftsanalysen und Statistiken, wirkt in 
internationalen Organisationen mit und ist für die Zahlungsverkehrsaufsicht 
verantwortlich. Ausserdem betreibt die OeNB ein Zahlungsverkehrssystem für den 
Euro, informiert Bevölkerung und Entscheidungsträger im Rahmen einer umfassenden 
Kommunikationspolitik und fördert die österreichische Forschung.
 
Im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung handelt die OeNB entsprechend ihren bewährten 
Leitwerten „Sicherheit, Stabilität und Vertrauen“.

Pressekontakt:
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