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Swiss-Press Swiss-Press Heute ist der 07.09.2010 | 01:39 Swiss-Press
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Dunkle Wolken über dem Werkplatz Schweiz (28.06.2010)
   
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Dunkle Wolken über dem Werkplatz Schweiz

Schweizer Fertigungsindustrie von 2003 bis 2008 mit Wachstum und Beschäftigungszuwachs / Aktuelle Entwicklungen gefährden positiven Trend / Schweizer Top-Manager erwarten von Politik und Verbänden aktiveres Engagement für bessere Rahmenbedingungen

Vergisst die Schweiz ihren Werkplatz? Diese Befürchtung äussern Schweizer Top-Manager im 
Rahmen einer aktuellen Untersuchung der internationalen Strategieberatung Booz & Company 
in Zusammenarbeit mit dem Swiss-American Chamber of Commerce. Befragt wurden Top-Manager 
und Experten von 25 führenden Schweizer Unternehmen, Verbänden, Think Tanks und 
Forschungs instituten. Die Teilnehmer kritisieren, dass bei den aktuellen Diskussionen 
rund um den Finanzplatz völlig vernachlässigt werde, dass die Schweizer Fertigungs 
industrie, die 20% des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, einen zweieinhalb Mal 
höheren Beitrag zur Wertschöpfung in der Schweiz leistet und mit rund 700‘000 
Mitarbeitenden fünf Mal mehr Menschen beschäftigt als die Bankenindustrie. 

Ronald Haddock, Partner von Booz & Company in Zürich und verantwortlich für die Studie, 
hält fest: „Der Niedergang der Fertigungsindustrie in Ländern wie den USA oder 
Grossbritannien zeigt allzu deutlich, was passieren kann, wenn die Herausforderungen für 
diesen Wirtschafts sektor nicht rechtzeitig erkannt, verstanden und konsequent 
adressiert werden. Will die Schweiz diese schmerzvolle Erfahrung vermeiden, ist rasches 
Handeln gefragt.“

Renaissance des Werkplatzes Schweiz von 2003 bis 2008
Nach einer Phase der Stagnation in den 90-er Jahren erlebte der Schweizer Werkplatz 
gemäss Booz & Company-Untersuchung eine Renaissance. Diese zeigte sich in höheren 
Wachstumsraten und einer steigenden Beschäftigung. Zwischen 2003 und 2008 betrug das 
nominale jährliche Wachstum der Wertschöpfung durchschnittlich 6% und die Beschäftigung 
erhöhte sich jährlich um 1,2%. Den grössten Beitrag dazu lieferten Firmen in den 
Bereichen Chemie und Pharma, Medizin-, Optik- und Präzisionsgeräte sowie Uhren. 

Neben der allgemein positiven Konjunkturentwicklung hatte diese Renaissance vor allem 
zwei Ursachen: Erstens die Fähigkeit der Schweizer Unternehmen, sich auf dem Weltmarkt 
in Nischen mit komplexen Prozessen, hohen Präzisionsanforderungen und einer engen 
Abhängigkeit zwischen den einzelnen Teilen der Wertschöpfungskette zu etablieren, und 
zweitens in der Politik der Öffnung, insbesondere mit der Inkraftsetzung der bilateralen 
Verträge.

Wirtschaftskrise und neue Konkurrenz gefährden positive Entwicklung
Die durch die Finanz- und Schuldenkrise beeinträchtigte wirtschaftliche Entwicklung, 
aber auch starke Konkurrenz aus aufstrebenden Märkten stellen die Unternehmen des 
Werkplatzes Schweiz in den kommenden Jahren vor grosse Herausforderungen. 2009 sind 
erstmals seit fünf Jahren sowohl die Wertschöpfung als auch die Beschäftigung in diesem 
Sektor zurückgegangen, um 3,6% bzw. 2,4%. Diese Entwicklung muss umso mehr zu denken 
geben, als sich auch die Finanzindustrie in einer tiefgreifenden Umwälzung befindet, die 
ebenfalls zu einer tieferen Wertschöpfung und weniger Beschäftigung führen wird. Für den 
Werkplatz Schweiz sehen die befragten Top-Manager insbesondere vier Risiken:

1.Konkurrenz: Härtere Konkurrenz von rasch wachsenden 
2.Abschottung: Weniger offene Politik, vor allem bezüglich Beschäftigung ausländischer 
Arbeitskräfte, resultiert in einem Fachkräftemangel.
3.Risikoaversion: Fehlender Pioniergeist und ungeeignete Strukturen verhindern das 
Entstehen neuer Industriezweige.
4.Untätigkeit: Fehlendes Bewusstsein für die Herausforderungen international tätiger 
Unternehmen und ungenügendes Engagement der Politik verschlechtern die 
Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz gegenüber dynamischen Ländern mit klaren 
wirtschaftspolitischen Zielen und Prioritäten.

Niklas Hoppe, Mitglied der Geschäftsleitung von Booz & Company in Zürich und 
mitverantwortlich für die Studie, hält fest: „Bei einer Verlagerung von Teilen der 
Fertigung besteht immer die Gefahr, dass in einem Dominoeffekt weitere Teile der 
Werkschöpfungskette, z.B. Entwicklungszentren, folgen. Eine kontinuierliche Verbesserung 
der Rahmenbedingungen für die produzierende Industrie unter Berücksichtigung der 
traditionellen Stärken ist für den Standort Schweiz deshalb unerlässlich.“

Politik und Verbände sollten aktiver werden
Bei den befragten Top-Managern herrscht Einigkeit darüber, dass sich Politik und 
Wirtschaftsverbände derzeit zu wenig um vorteilhafte Rahmenbedingungen für den Schweizer 
Werkplatz kümmern. Die verantwortlichen Institutionen müssten sich zumindest stärker 
darum bemühen, die traditionellen Stärken der Schweiz zu bewahren. Zu diesen Stärken 
gehören gemäss Untersuchung die sehr gute Ausbildung, die Qualität und die Flexibilität 
der Arbeitskräfte sowie die Anziehungskraft und Offenheit der Schweiz für qualifiziertes 
ausländisches Personal.

Einem Teil der befragten Top-Manager geht dies aber zu wenig weit. Diese Gruppe erwartet 
eine aktivere Rolle des Staates bei der Förderung von zukunftsträchtigen Clustern, in 
denen Forscher, Entwickler, Fertigungs unternehmen, Lieferanten und andere Partner eng 
zusammenarbeiten. Genannt wurden die Bereiche Umwelttechnik, neue Materialien (inklusive 
Nano technologie), Transportwesen sowie alternative Energien. Ronald Haddock: „Fast alle 
bedeutenden unternehmerischen Zentren der heutigen Welt sind direkt oder indirekt mit 
Hilfe von Regierungen entstanden. Gefragt ist deshalb das sorgfältige Abwägen zwischen 
der notwendigen Rolle des Staates als Katalysator und seinen Grenzen in der wirksamen 
Steuerung von unternehmerischer Tätigkeit. 

Diese Frage sollte in der Schweiz ähnlich intensiv diskutiert werden wie die 
Herausforderungen der Finanzindustrie.“ Bei der Frage nach stärkeren Eingriffen des 
Staates in die unternehmerische Tätigkeit gehen die Meinungen der Befragten allerdings 
auseinander. Offen bleibt, wie die Schweizer Volkswirtschaft die Lücken schliessen will, 
die ein angeschlagener Finanzplatz und ein von der Konkurrenz hart bedrängter Werkplatz 
hinterlassen.

Kontakt
Booz & Company GmbH
Karla Schulze Osthoff
Manager Marketing & Communications Schweiz
Tel. 043 268 21 37
Fax: 043 268 21 22
karla.schulzeosthoff@booz.com
www.booz.com

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Ueber Booz & Company GmbH:
Um unseren Klienten die bestmögliche Beratung zu bieten, haben wir uns 
entschieden, uns ganz auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren: US-Government 
Consulting auf der einen und strategische Beratung der führenden Unternehmen der 
Welt auf der anderen Seite. 

Seit dem 21. Mai arbeiten wir folgerichtig als zwei getrennte Unternehmen. 
Dadurch gewinnen wir den größtmöglichen Handlungsspielraum für beide 
Organisationen und schaffen so nachhaltigen Nutzen für unsere jeweiligen 
Klienten.

Pressekontakt:
Booz & Company GmbH


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